Personzentrierter Ansatz und Körperpsychotherapie

Der Einbezug des Körpers in die Psychotherapie ist in den meisten psychotherapeutischen Verfahren heutzutage kein Tabu mehr. Wir lesen Formulierungen wie „Die Psychoanalyse und der Körper“, „Keine Psychotherapie ohne Körperarbeit“ oder auch, wie im Titel dieses Vortrags, „PCA und Körperpsychotherapie“. Haben wir den klientenzentrierten Ansatz eigentlich gewählt wegen seiner zugrunde liegenden Radikalität, wegen seines Beziehungsmodells oder seines Menschbilds – oder weil wir sprechen wollten, Gespräche führen wollten mit unseren KlientInnen? Und was würde sich ändern, wenn wir auf einmal körperlich arbeiten wollen oder sollen?

Ich möchte darstellen, das dieses „und“, also das „Hinzufügen“ des Körpers resp. körperbezogener Interventionen in unsere tägliche Praxis, nicht genügt. Es gibt keinen „Kaltstart“ in die Körpertherapie. Das körperliche In-der-Welt-Sein muss Eingang finden in unsere Theoriebildung, unsere Vorannahmen, unsere Glaubenssysteme. Und wichtiger noch: wir müssen bei uns selbst beginnen und aus der intensiven Wahrnehmung unserer eigenen Körperlichkeit Lust und Neugier bekommen auf erleben, bewegen, atmen, berühren – im Leben überhaupt und in unserem Beruf.

Theoretische und praxisnahe Anregungen sollen aufzeigen, was sich dadurch in Kopf, Herz und Händen ändert. Irgendwann wird es uns dann vielleicht unvorstellbar erscheinen, wie wir je in der Begegnung „von Person zu Person“ unsere Körper ausklammern konnten. Dann kann das Lernen weitergehen.

Schlüsselwörter: personzentriert, Körperpsychotherapie

Christiane Geiser, Vortrag. Fortbildungstage Mainz 2004 zum Thema „Körper-Seele-Geist im PCA“

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