Gefühle. Der Umgang mit Emotionen in der Klientenzentrierten Körperpsychotherapie

Emotionen/Gefühle sind in unserer Theoriebildung nicht atomistisch zu verstehende „Dinge“ oder „Entitäten“ in Menschen. Emotionen sind für uns auch nicht diejenigen „Primäraffekte“, von denen behauptet wird, dass es sie in vielen Kulturen auf eine ähnliche Art und Weise gäbe, von aussen erkennbar, eventuell sogar angeboren. Emotionen sind unserer Meinung nach auch keine rein inneren Angelegenheiten eines Menschen (z.B. des Klienten).

Wir finden es sinnvoller, den Begriff „Gefühlsprozesse“ zu verwenden. In einem noch grösseren Begriffskontext gesehen, geht es um Erlebensprozesse in Situationen/Beziehungen, an denen auch Gefühle ihren Anteil haben.

Gefühlsprozesse sind keine vom Kontext, den historischen und gegenwärtigen Beziehungszusammenhängen und der Gesamtkomplexität menschlichen (Er)Lebens isolierbare oder abstrahierbare Einheiten. Sie sind Teil einer Organisation, eines Versuchs, Geschehnisse zu regulieren oder auf sie zu antworten. Sie sind nicht kontextunabhängig, obwohl es oft so scheinen mag. Sie schlummern nicht in Individuen.

Schlüsselwörter: Gefühle, Emotionen, Gefühlsprozesse

Christiane Geiser in: Georg Schönbächler, Peter Schulthess (Hg.): Der Emotionsbegriff in den psychotherapeutischen Schulen. Collegium Helveticum Heft 6, Zürich: Collegium Helveticum 2009, S. 23-32

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